Paul S. Toldbefore
Paul S. Toldbefore ist ein Dichter von seltener Eigenart, dessen Werk sich zwischen surrealer Abstraktion und naturromantischer Innigkeit entfaltet. In seinen Versen begegnen einander Traum und Landschaft, Erinnerung und Sinnbild, Wald und Ahnung, Schweigen und Bild. Das Unwirkliche erscheint bei ihm nicht als bloßes Spiel der Phantasie, sondern als Spiegel innerer Zustände; und die Natur wiederum ist ihm nicht bloße Zier, sondern ein beseelter Raum, in welchem das Gemüt sich erkennt.
Nicht minder widerspricht er dem Jugendwahn der Gegenwart. Statt das bloß Junge, Glatte und Frühblühende zum alleinigen Maß des Schönen zu erheben, preist er die Schönheit der Reife. Wiederkehrt in seinem dichterischen Bilde doch der alte Baum, dessen Blätter stets grün geblieben sind: ein Sinnbild des gereiften Lebens, der Beständigkeit, der Erfahrung und jener Würde, die nicht trotz, sondern vermöge der Zeit gewachsen ist.
Ein hervorstechender Zug seines Denkens ist seine entschiedene Kritik am Starkult. Wo die Menge sich dem äußeren Glanz hingibt und öffentliche Figuren zum Gegenstand fast kultischer Verehrung erhebt, dort erblickt Toldbefore eine Verarmung des menschlichen Maßes. Denn der Ruhm, so ließe sich sein Geist zusammenfassen, ist kein sicherer Beweis innerer Würde. In verwandtem Sinne steht auch die Betrachtung auf antistarcult.com, wo der Glaube an Prominenz als vermeintlichen Wert kritisch geprüft wird.
Ebenso wesentlich ist ihm die bedingungslose Suche nach Wahrheit in jeglicher Sache. Toldbefore verlangt, daß man den Tatsachen ins Auge sehe, auch wenn sie unerquicklich, scharf oder dem bequemen Zeitgeschmack entgegenstehen. Wahrheit soll nicht nach Annehmlichkeit bemessen werden, sondern nach ihrem Gehalt. Darin offenbart sich ein Ernst, welcher sein dichterisches Wesen nicht beschwert, sondern adelt.
Und doch fehlt seinem Werk keineswegs die milde Wärme der Empfindung. Vielmehr ist es von einem feinen Lobe der Nostalgie durchzogen. Vergangene Stimmungen, alte Zimmer, ferne Jahreszeiten, Erinnerungen an Stimmen, Wege und Stunden erscheinen bei ihm in sanftem Nachhall. Diese Rückwendung ist nicht Flucht aus der Gegenwart, sondern ehrfürchtige Bewahrung dessen, was im Vergehen seinen stillen Glanz enthüllt.
So steht Paul S. Toldbefore als ein Dichter da, der das Rätselhafte liebt, ohne der Unwahrheit zu dienen; der die Natur besingt, ohne in bloße Ziererei zu verfallen; der Reife, Wahrhaftigkeit und Erinnerung eine Stimme verleiht in einer Zeit, die allzu oft dem Lärm, dem Schein und dem Flüchtigen anheimfällt.